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Straßenverkehrstechnik
Heft Nr. 7, Juli 2004


Streckenbeeinflussungsanlage im Gotthard-Tunnel

Das Trierer Unternehmen Weiss-Electronic installiert für den schweizerischen Gotthard-Tunnel, einen der längsten Straßentunnel der Welt, ein neues System zur Streckenbeeinflussung, um mehr und bessere Sicherheit der dortigen Verkehrsströme zu schaffen. Im Juni 2004 wurden die Signale (Lichtsignalanlagen und LED-Wechselverkehrszeichen) erstmals durch die neue Anlage geschaltet. Ende September 2004 erfolgt die Umstellung von der Altanlage auf das neue System. Bereits heute liefern Unterzentrale und Teststation laufend Einzelfahrzeugdaten.

Das Auftragsvolumen beinhaltet eine Unterzentrale, welche aus mehreren softwareredundanten Verkehrs- und Visualisierungsrechnern und den dazugehörigen Bedienstationen besteht. Zehn Gruppenrechner übernehmen die Kommunikation mit den angeschlossenen Streckenstationen zur Verkehrsdatenerfassung und zur Steuerung von dynamischen Wechselverkehrszeichen und Signalgebern. Schleifendetektoren messen die Fahrzeugdichte und übertragen die Daten an die Unterzentrale.

Beiderseits des Sankt-Gotthard-Passes führen vierspurige, richtungsgetrennte Autobahnen zum Tunnel, der Tunnel selbst muss jedoch im Gegenverkehr befahren werden. Bereits vor den Tunneleinfahrten sind besondere Maßnahmen zur Verkehrsbeeinflussung nötig.

Neben eines Tempolimits von 80 km/h besteht im Tunnel ein absolutes Überholverbot, alle 250 Meter beeinflussen Signalanlagen und Geschwindigkeitssignale den Verkehr. Die gesamte Signalisierungsanlage wird mit vorbestimmten Programmen von einer Unterzentrale gesteuert. Im Falle eines Brandes und falls die zulässige CO-Konzentration überschritten wird, werden die notwendigen Signalschaltungen automatisch eingeleitet. Da alle Kommunikationseinrichtungen redundant aufgebaut sind, kann die Anlage selbst bei einem Kabeldefekt noch gesteuert werden.

Ein weiteres Leistungsmerkmal der neuen Streckenbeeinflussungsanlage: Die Bewirtschaftung der Kapazität des Gotthard-Tunnels. Durch gezielte Dosierung der zufließenden Fahrzeuge sorgt das System dafür, dass sich immer nur eine sicherheitsverträgliche Anzahl an Fahrzeugen gleichzeitig im Tunnel befinden. Ebenso können LKW mittels dieser so genannten Tropfensteuerung so "vereinzelt" werden, dass sich in der 17 km langen Röhre keine Brummi-Kolonnen bilden können: Dies ist besonders wichtig, da im Falle eines Brandes ein Übergreifen des Feuers auf mehrere LKW verhindert wird.

Herzstück der Streckenbeeinflussung in und um den Gotthard-Tunnel ist die Unterzentrale UZ2000, deren Untersuchungskriterien zur Stauerkennung von Analysen der Verweildauer, der lokalen Geschwindigkeit bis zur streckenbezogenen Analyse reichen.

Auf der Basis von lokalen Verkehrsdichten und topographischer Sondersituationen münden die Ergebnisse in Schaltanweisungen für die Wechselverkehrszeichen und Signalanlagen. Einen homogenen Verkehrsfluss herzustellen ist das Ziel der Streckenbeeinflussung.



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